Von Ferrero zu „Fairrero“?
Gespräch und Werksbesichtigung am Produktionsstandort Stadtallendorf: Fairtrade-Aktivisten begrüßen erste Schritte auf dem langen Weg in Richtung nachhaltigen Kakaoanbau und der Abschaffung mißbräuchlicher Kinder- und Zwangsarbeit.
Zehn Mitglieder der Lokalgruppe Marburg der Micha-Initiative und der Steuerungsgruppe Fairer Handel Marburg folgten am 26. Oktober 2012 einer Einladung von Ferrero Deutschland zur Begegnung und Werksbesichtigung vor Ort am Produktionsstandort Stadtallendorf. Worum ging es?
Obwohl das in der dritten Generation geführte Familienunternehmen Ferrero (nutella, kinder Schokolade, Raffaello) mehr als den üblichen Preis für die Rohstoffe Kakao und Haselnüsse bezahlt, kommt das Geld in den wenigsten Fällen bei den Kakaobauern und ihren Familien an.Um die bittere Armut zu überwinden, müssen auch Kinder mitarbeiten. Mehr als ein Drittel der Kinder bleibt deshalb völlig ohne Schulbildung.
In vielen Regionen der Elfenbeinküste ist Kindersklaverei immer noch auf Kakaopflanzungen verbreitet. Dort kommt der meiste auf dem Weltmarkt und von Ferrero verwendete Kakao her, wobei Ferrero schon mit einigen Aktivitäten begonnen hat, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit sowie Bildungsmaßnahmen für die Farmer und ihre Familien zu erhöhen.
Ein erster Schritt zur Beendigung der Kinderarbeit auf Kakaoplantagen war bereits 2001 die Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls mit der Verpflichtung, bis 2005 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit abzuschaffen. Bis 2010 hatten aber lediglich 2,4 % der betroffenen Kinder an der Elfenbeinküste Kontakt zu einem der Projekte. Danach haben sich die Regierungen der Elfenbeinküste und Ghana auch selbst in ihren nationalen Aktionsplänen verpflichtet, die Lebensqualität der Farmer und ihrer Familien zu verbessern. Hierbei werden sie von der internationalen Kakao- und Schokoladenindustrie personell und wirtschaftlich unterstützt.
Die Lokalgruppe Marburg der Micha-Initiative hat nun die Petition „nutella fair handeln“ gestartet. Sie setzt sich gemeinsam mit der Steuerungsgruppe Fairer Handel Marburg für die Einführung fairer Handelsstrukturen entsprechend der Fairtrade-Standards ein. Positive Beispiele dafür gibt es. So hat u.a. auch Cadbury in Großbritannien erklärt, bis 2020 100% Fairtrade gesiegelten Kakao zu beziehen und ist schon heute mit seinem Produkt „Dairy Milk“ auf dem Markt präsent.
Ferrero hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 100% Kakao aus nachhaltigem Anbau zu beziehen. Laut aktuellem Corporate Social Responsibility Report kaufte Ferrero 2011/2012 ca. 20% seines Kakaos aus folgenden Zertifizierungssystemen und Projekten: 1,2% UTZ Certified bzw. Rainforest Alliance; 1,3% Fundación Maquita; 12,2% rückverfolgbarer Kakao über Source Trust und andere Händler.
Nur das Fairtrade-Siegel garantiert den Kakaobauern wirklich einen stabilen, höheren Preis. Der höhere Preis ist die Voraussetzung dafür, dass die Kakaobauern nicht länger auf die Kinderarbeit angewiesen sind. Im Verlauf des Gespräches mit uns wurde von Ferrero in Aussicht gestellt, einen zielführenden Dialog mit Fairtrade Deutschland zu intensivieren.
Dafür braucht Ferrero aber noch etwas Zeit.
Fair-zertifizierte Nutella herzustellen, so die Aussage, ist für Ferrero technisch problemlos möglich. Wir wurden eingeladen, mit Ferrero im Dialog zu bleiben und mit unserem Engagement auf diesem Weg weiter zu gehen.
Die Micha-Lokalgruppe aus Marburg rechnet damit, dass täglich die Zahl derer anwächst, die unsere Petition „nutella fair handeln“ unterstützen. Bis jetzt sind es bereits über zweitausendfünfhundertundfünfzig Personen, die sie öffentlich auf http://www.change.org/de/Petitionen/nutella-fair-handeln unterzeichnet haben. Hinzu kommen weitere Hunderte, die bundesweit an verschiedenen Orten auf Unterschriftenlisten um fair gehandelte nutella bitten.
Die Unterzeichner/innen machen damit Ferrero gegenüber deutlich, dass nur fair gehandelte nutella eine wirkliche Bereicherung für ihre Frühstückskultur sein kann. Sie treten zeichenhaft für ein Stück mehr globale Gerechtigkeit und gelebte Nächstenliebe zur Erreichung der Milleniumsziele ein.
Alle Infos dazu unter: http://www.change.org/de/Petitionen/nutella-fair-handeln - Infos zu den Aktivitäten von Ferrero: http://www.ferrero.de/ferrero2.aspx?pageurl=unternehmen/philosophie/responsibility2011.aspx
Helmut Heiser, 7.Dez. 2012; Hebronberg 1, 35041 Marburg/Lahn 06421/8050; 01736662291 heiser@hebron.dgd.org / www.micha-initiative.de; http://www.heiserconnect.de/11.html
Ende Februar 2013: bereits über 13.000 Unterzeichner unserer Petition!
Mitte April 2013: bereits über 25.500 Unterzeichner unserer Petition!
Infos zur Lokalgruppe Micha-Initiative Universitätsstadt Marburg/Lahn:
Die Lokalgruppe Marburg der Micha-Initiative wurde 2012 gegründet. Sie ist eine Initiative in der Evangelischen Allianz Marburg und möchte Christen für Gerechtigkeit begeistern.
Durch Kurse, Vorträge und andere Aktivitäten unterstützt sie aktiv nach der Bibel in Micha 6, 8 die Erreichung der Milleniumsziele.
Infos: heike-heider@web.de / http://www.heiserconnect.de/11.html / www.micha-initiative.deDie Micha-Initiative engagiert sich gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit.
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Die Micha-Gruppe Marburg lädt ein zum Engagement! Klicken Sie sich ein:
Unterstützen Sie hier unsere aktuelle Petition
Kurzvideo "Willst Du die Welt verändern?"
Neben bereits gegründeten Initiativen in Berlin, Frankfurt, Dresden, Leipzig,Siegen, Tübingen und Wuppertal gibt es jetzt auch in Marburg engagierte Christinnen und Christen in der deutschen evangelischen Allianz, die sich für die Erreichung der Milleniumsziele der Vereinten Nationen engagieren.
Am 29. Februar 2012 19:30 Uhr erfolgte die Gründungsversammlung der Micha-Gruppe der Universitätsstadt
Marburg im Gemeindebüro der Uferkirche. Mit dabei in Marburg sind
v.l.n.r.: Stephanie Meinzer, Heike
Heider, Parvis
Rahbarnia, Hildegard Heiser, Markus Meinzer, Theodor Sperlea, Ingrid und Michael Triebel sowie Helmut Heiser (hat die Aufnahme gemacht, deshalb nicht im Bild).
Aktuelle Nachrichten, Termine und Einladungen von uns ab Januar 2013 sind auf unserer facebook - Seite zu finden!
Aktivitätenkalender:
Zum internationalen Micha-Sonntag am 2. Sonntag im Oktober 2012, 14. 10. 2012 haben wir in Marburg, Oberweg 60, 10.00 Uhr, in der Evangeliumshalle 35041 Marburg, Oberweg 60 einen Gottesdienst gestaltet.
Die
Marburger Michagruppe hat die Durchführung des Micha-Kuses "Just
People" vierzehntägig in der Zeit vom 1. Mai 2012 verantwortet und
gestaltet.Der Micha-Kurs "Just People" fand jeweils 14-tägig in der Uferkirche statt. Infos: Heike-Heider(at)web.de
Die Themen und ReferentInnen waren:
1. Mai 2012: Welt - einfach wegschauen? (Parvis Rahbarnia)
15. Mai 2012: Bibel - einfach überlesen? (Heike Heider)
29. Mai 2012: Mission - einfach predigen? (Michael Triebel)
12. Juni 2012: Ich - gerechter leben? (Ingrid Triebel)
26. JUni 2012: Gesellschaft - gerechter gestalten? (Ingrid Triebel)
10. Juli 2012: Kirche - gerechter nachfolgen? (Helmut Heiser)
Neuer Kurs 2013: Hier klicken!
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ARCHIV: Presseartikel: Die Marburgerin und die Micha-Initiative in: "Kirche in Marburg" (Thema des Monats)
Die Micha-Initative Marburg hat am Sonntag, 2. Oktober 2011 10:00 Uhr im Gottesdienst zum Erntedankfest 2011 den ersten Marburger „Micha-Sonntag“ gefeiert. Die Predigt zu Jesaja 58, 7-12 wurde von Pfr. Helmut Heiser gestaltet. Heike Heider, Initiatorin des Micha-Kreises Marburg, stellte die Micha-Initiative vor.
Sie konnten uns auch auf dem Fairen Markt Marburg am 23. September 2012 auf dem
Eisabeth-Blochmann-Platz in Marburg treffen oder am 15. September 2012 auf dem
Marburger Marktplatz zum fairen Frühstück!
14. 10. 2012, 10.00 Uhr, in die Evangeliumshalle 35041 Marburg, Oberweg 60 internationaler Micha-Sonntag mit Ansprache von Pastor Parvis Rahbarnia, gestaltetvon Mitgliedern der Lokalgruppe Marburg.
Freitag, 26. 10. 2012: Werksbesichtigung und Gespräch mit Ferrero Deutschland am Produktionsstandort Stadtallendorf (Pressenotiz dazu siehe oben)
Mittwoch, 14. Oktober 2012 Lokalgruppentreffen
Mittwoch, 5. Dezember 2012 Lokalgruppentrefen
Mittwoch, 23. Jan. 2013 Lokalgruppentreffen
Sonntag, 27. Januar 2013 Vernetzungswanderung mit Freunden und Familien
Mittwoch, 20. Februar 2013 Lokalgruppentreffen
Informationen zur Micha-Initiative:
Die Micha-Initiative ist eine weltweite Kampagne der evangelischen Allianz, die Christinnen und Christen zum Engagement gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit begeistern möchte.
In mehr als 40 Ländern gibt es Micha-Kampagnen. In Deutschland wird die Micha-Initiative seit 2006 von der Deutschen Evangelischen Allianz verantwortet und von mehr als 30 weiteren christlichen Organisationen getragen.Sie engagiert sich dafür, dass die Millenniumsziele der Vereinten Nationen umgesetzt werden. Bis 2015 soll weltweit Armut halbiert werden.
Bereits 2010 wurde zur Erinnerung an die Umsetzung der Milleniumsziele eine Mutternacht zur Reduzierung der weltweiten Müttersterblichkeit in der Evangeliumshalle der Universitätsstadt Marburg gestaltet.
„Es ist dir gesagt worden Mensch, was
gut ist, und was der Herr von dir erwartet: nichts anderes als dies:
Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem
Gott.“ (Micha 6,8)
Umfassende Infos zur Micha-Initiative sind unter http://www.micha-initiative.de/ zu finden.